Das Neuburger Kammerorchester
Nach der Gründung des Neuburger Kammerorchesters im September 1994 durch Johannes Fiedler, Schulmusiker am Descartes-Gymnasium Neuburg, fand das erste Konzert am 12.5.1995 in der Studienkirche in Neuburg statt. Das Orchester hatte damals 15 Mitglieder, die Funktion des Konzertmeisters übernahm Zygmunt Gefert. Das Programm umfasste Werke von G. Ph. Telemann, A. Vivaldi, J. Haydn und O. Messiaen, die Solisten waren die Schülerinnen und Schüler des Descartes-Gymnasiums Karin Prell (Sopranino), Markus Sterk (Orgel) und Ulrike Weber (Cello). Zur Gründungsidee des Kammerorchesters gehörte es von Anfang an, Laienmusikern aller Altersstufen, die ein Streichinstrument spielen, sowie jungen und talentierten Solisten die Gelegenheit zu geben, ihre Begabung und ihr Können in einem größeren besetzungsmäßigen Rahmen dem Publikum vorzustellen. So konnten auch später 2005 Manuel Wasilesku (Violine) mit „The Lark ascending“ von R. Vaughan Williams und 2014 Korbinian Kettnacker (Oboe) mit einem Oboenkonzert von T. Albinoni sowie Teresa Bottenschein (Violine) mit dem Violinkonzert A-Dur KV 219 und Anton Beringer (Klavier) mit dem Klavierkonzert D-Dur, Hob. XVIII:11 von J. Haydn ihr außergewöhnliches Können unter Beweis stellen. 2023 spielte Magdalena Hübner, die 2013 im Alter von 15 Jahren in das Orchester eintrat, die Romanze F-Dur Op. 50 von L. v. Beethoven und ist auch heuer wieder als Solistin in der Meditation aus der Oper Thaïs von J. Massenet zu hören.
Ab 1996 gab das Neuburger Kammerorchester je einmal im Jahr ein Konzert im Kongregationssaal in Neuburg. Die Stadt Neuburg unterstützt seither dankenswerterweise die Konzerte finanziell, sodass deren Planung und Durchführung abgesichert ist. Die positive musikalische Entwicklung des Orchesters machte im Lauf der Zeit immer anpruchsvollere Werke möglich, zu deren Verwirklichung neben einheimischen Kräften auch professionelle Holz- und Blechbläser verpflichtet werden konnten. Schon 1998 konnte das Orchester die ausgebildete Orchestermusikerin Julia Fehre als Konzertmeisterin und Solistin gewinnen. Nachdem Julia Fehre aus familiären Gründen Neuburg verlassen hatte, übernahm 2009 – 2013 Ursula Schuster mit ihrer inzwischen 15-jährigen Erfahrung als Orchestermitglied die Aufgaben der Konzertmeisterin. 2013 wurde dann die Geigerin und Musiklehrerin Rositsa Deschler Konzertmeisterin des Neuburger Kammerorchesters.
Das erste Konzert in symphonischem Rahmen gab das Orchester im Jahr 1999 mit Mozarts Klavierkonzert in G-Dur KV 453 mit dem Pianisten Hugo Seebach, einem langjährigen Freund des Orchesterleiters. In Zusammenarbeit mit dem Neuburger Chor „Windrose“ wurde 2002 ein auswärtiges Konzert organisiert. Das Konzert mit Werken von H. M. Gorecki, A. Pärt, Th. Albinoni, G. Ph. Telemann, G. Gabrieli fand in Neuburg/Do und Rothenburg o. d. Tauber statt. In Anknüpfung an das symphonische Konzert im Jahr 1999 erarbeitete das Orchester in den folgenden Jahren u.a. Symphonien von J. Haydn, alle Solokonzerte Beethovens, mehrere Symphonien, Klavier- und Violinkonzerte von W. A. Mozart sowie andere Werke in größerer Besetzung, zum Beispiel von J. S. Bach, G. Fr. Händel, P.Tschaikowsky, F. Schubert, J. Sibelius, G. Fauré, aber auch von Komponisten des 20. Jahrhunderts wie M. Ravel, Ch. Ives,
P. Hindemith, H. M. Gorecki, H. Genzmer und A. Pärt. So konnte das Orchester bis zum Jahr 2024 ca. 100 Werke zur Aufführung bringen. Programmhöhepunkte waren sicher die Klavierkonzerte a-moll, Op.16 von E. Grieg, (Solist Hugo Seebach) und e-moll Op.11 von Fr. Chopin, (Solist Wolfgang Manz, Professor an der Hochschule für Musik, Nürnberg) sowie das Violinkonzert e-Moll, Op.64 von F. Mendelssohn - Bartholdy (Solist Michael Friedrich vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) und das Tripelkonzert C- Dur, Op.56 von L. v. Beethoven mit den Solisten Wolfgang, Dominik und Larissa Manz.
2015 würdigte die Stadt Neuburg den langjährigen Beitrag des Neuburger Kammerorchesters und seines Leiters Johannes Fiedler zum Kulturleben der Stadt mit der Verleihung des „Kulturpreises der Stadt Neuburg“. Die Laudatio hielt Udo Leitenstern, ein langjähriger, musikbegeisterter Freund und Förderer des Orchesters und seines Leiters.
Das Orchester besteht zurzeit aus 28 Streichern aus Neuburg und der Umgebung; die Holz- und Blechbläser kommen großenteils als Gäste aus professionellen Orchestern von München, Nürnberg oder Regensburg. Eine Besonderheit des Orchesters besteht sicher in der Tatsache, dass bei den Mitgliedern unterschiedlichster Altersstufen vertreten sind und die allermeisten Mitglieder freundschaftlich miteinander verbunden sind.
Sein 25-jähriges Bestehen feierte das Orchester 2019 mit einem Konzertprogramm, das sowohl technisch als auch musikalisch eine Herausforderung darstellte. Es beinhaltete F. Schuberts Symphonie h-moll D759 „Die Unvollendete“ und R. Schumanns Klavierkonzert in a-moll, Op.54 mit dem Pianisten Wolfgang Manz. Folgende Zeilen des Solisten Wolfgang Manz nach dem Konzert werten das Orchester und sein Leiter als besondere Motivation für ihr zukünftiges Engagement:
„… nochmals vielen Dank für die wiederum wunderbare Zusammenarbeit,
die ich sehr genossen habe! Ich finde es jedes Mal aufs Neue erstaunlich, auf
welches Niveau Sie das Orchester im Konzert bringen.“